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SEO-Traffic-Einbruch: So erklärst du ihn dem Kunden

Bevor du einen SEO-Traffic-Einbruch dem Kunden erklären kannst, musst du herausfinden, welche Art Einbruch es ist: defektes Tracking, ein Google-Update, eine Änderung auf der Website, Saisonalität oder eine manuelle Maßnahme. Wenn der organische Traffic eingebrochen ist, sagst du es dem Kunden danach früh und in klaren Worten, mit dem, was du weißt, was du nicht weißt und wann er wieder von dir hört.

Die Reihenfolge zählt, weil die Prüfungen unterschiedlich lange dauern und manche andere ausschließen. Zwanzig Minuten Eingrenzung, bevor du irgendetwas schreibst, ersparen dir meist eine zweite, unangenehme Mail, die die erste korrigiert.

Den SEO-Traffic-Einbruch eingrenzen, in sinnvoller Reihenfolge

1. Ist der Traffic eingebrochen oder die Messung?

Öffne GA4 und die Search Console nebeneinander mit demselben Zeitraum. Die Klicks in der Search Console stammen aus Googles eigenen Logs und hängen von nichts ab, was auf der Website installiert ist. Organische Sitzungen in GA4 hängen davon ab, dass das Tag feuert, und in vielen Regionen auch davon, dass Besucher Cookies akzeptieren.

Bleiben die Klicks in der Search Console stabil, während die organischen Sitzungen in GA4 an einem bestimmten Tag abstürzen, liegt das Problem fast sicher beim Tracking. Prüfe, ob das GA4-Tag noch auf der Seite ist (Quelltext ansehen oder Tag Assistant nutzen), ob der GTM-Container neu veröffentlicht wurde und ob sich Cookie-Banner oder Consent-Einstellungen um dieses Datum herum geändert haben. Unser Leitfaden So prüfst du, ob GA4 installiert ist führt durch die einzelnen Prüfungen.

Sind beide Linien gemeinsam gefallen, ist der Einbruch echt. Dann geht es weiter.

2. Hat Google ein Update ausgerollt?

Das Google Search Status Dashboard listet Ranking-Updates wie Core Updates und Spam Updates mit Start- und Enddatum. Core Updates brauchen oft ein paar Wochen für den Rollout. Vergleiche den Verlauf des Rückgangs deshalb mit dem gesamten Rollout-Zeitraum und nicht mit einem einzelnen Tag.

Passende Daten sind ein Hinweis, noch keine Diagnose. Auch während eines Updates ändern sich Websites, und deshalb bleibt der nächste Schritt wichtig.

3. Hat sich etwas auf der Website geändert?

Hier liegen die meisten plötzlichen Einbrüche, und genau damit rechnen Kunden am wenigsten. Prüfe ungefähr in dieser Reihenfolge:

In der Search Console zeigt der Bericht „Seiten“ unter Indexierung Gründe wie „Durch ‚noindex‘-Tag ausgeschlossen“ und „Durch robots.txt-Datei blockiert“, dazu ein Diagramm, wann sich die Zahlen verändert haben. Die URL-Prüfung bestätigt, was Google auf einer einzelnen URL gesehen hat und wann sie zuletzt gecrawlt wurde. Wenn du diese Gründe genauer durchgehen musst, lies, wie du Index-Coverage-Fehler in der Search Console behebst.

Stell dem Kunden oder seinem Entwickler auch eine direkte Frage: Wurde in den zwei Wochen vor dem Einbruch etwas deployt, migriert oder aktualisiert? Plugin- und Theme-Updates zählen mit.

4. Ist es saisonal?

Öffne im Leistungsbericht den Datumsfilter, wechsle zum Tab „Vergleichen“ und wähle einen Vorjahresvergleich, zum Beispiel die letzten 3 Monate gegenüber demselben Zeitraum im Vorjahr. Die Search Console speichert 16 Monate Daten, das funktioniert also bei jeder Website, die seit mehr als einem Jahr bestätigt ist. Ein Händler, der im Januar Traffic verliert, oder ein Anbieter von Schulbedarf im Oktober sieht womöglich einfach das Muster vom Vorjahr wieder. Ist die Historie der Website zu kurz, hilft Google Trends.

5. Gibt es eine manuelle Maßnahme?

Selten, aber schnell ausgeschlossen. Öffne „Sicherheit und manuelle Maßnahmen“ und dann „Manuelle Maßnahmen“. Steht dort „Keine Probleme erkannt“, kannst du das mit gutem Gewissen weitergeben. Wenn du schon dort bist, wirf auch einen Blick in den Bericht „Sicherheitsprobleme“.

Wie du den Einbruch dem Kunden erklärst

Schick die erste Nachricht an dem Tag, an dem feststeht, dass der Einbruch echt ist, auch wenn die Eingrenzung noch nicht fertig ist. Ein Kunde, der den Einbruch im eigenen Dashboard entdeckt und dann erfährt, dass du ihn eine Woche früher gesehen hast, behält eher diese Woche im Kopf als die Ursache.

Halte die erste Nachricht kurz. Nenne die Größe des Einbruchs in Klicks aus der Search Console (nicht nur als Prozentwert), das Startdatum, was du schon ausgeschlossen hast und wann das nächste Update kommt.

Ist die Ursache eine Änderung durch den Entwickler, beschreibst du die Änderung und ihr Datum, nicht die Person. „Am 3. März hat ein Release den Produktseiten ein noindex-Tag hinzugefügt“ liefert dem Kunden die Fakten und dem Entwickler einen klaren Ansatzpunkt für den Fix. Häng die betroffenen URLs an, damit niemand deine Arbeit wiederholen muss. Schuldzuweisungen bremsen den Fix eher, weil die erste Antwort dann zur Verteidigung wird.

Kennst du die Ursache noch nicht, sag das offen und liste auf, was du geprüft hast. „Wir wissen es noch nicht“, gestützt auf fünf ausgeschlossene Ursachen, wirkt kompetent. Eine selbstsichere Vermutung, die sich als falsch herausstellt, kostet mehr Vertrauen als der Einbruch selbst.

Hier eine Vorlage, die du anpassen kannst:

Betreff: Rückgang des organischen Traffics auf [Website], aktueller Stand

Hallo [Name],

wir haben einen Rückgang des organischen Suchtraffics auf [Website] festgestellt, der etwa am [Datum] begonnen hat. Laut Search Console sind die Klicks aus Google von rund [X] pro Woche auf [Y] gesunken.

Was wir bisher geprüft haben:

  • Das Tracking funktioniert (Search Console und Google Analytics zeigen denselben Rückgang)
  • [Keine manuelle Maßnahme in der Search Console / Vom [Datum] bis [Datum] lief ein Google-Update]
  • [Ergebnis der Prüfung auf Website-Änderungen, z. B. „Am [Datum] wurde im Bereich [Bereich] ein noindex-Tag hinzugefügt; betroffene URLs im Anhang“]

Nächste Schritte: [Maßnahme]. Falls die Ursache eine Änderung an der Website ist, bitten wir [Entwickler/Team], bis zum [Datum] [konkreter Fix] umzusetzen.

Das nächste Update folgt am [Datum], oder früher, sobald wir die Ursache gefunden haben.

[Dein Name]

Lösch die Zeilen, die nicht zutreffen, statt vage Platzhalter stehen zu lassen.

Damit der Kunde den Einbruch nicht vor dir bemerkt

Schau noch einmal auf die Liste oben. Die Schritte 2, 4 und 5 kann niemand verhindern. Die Schritte 1 und 3 sind Änderungen an der Website, und die haben ein Datum. Der Traffic-Einbruch zeigt sich Wochen später, das noindex, die geänderte robots.txt oder das fehlende GA4-Tag gab es aber schon am ersten Tag.

Die Lösung besteht also darin, die Ursachen zu beobachten statt des Symptoms. Bei wenigen Websites geht das von Hand mit einer wöchentlichen Checkliste. Darüber hinaus hilft etwas, das jede Website mit dem Vortag vergleicht und dir sagt, was sich geändert hat. Unsere Leitfäden ein noindex in der Produktion finden und Alerts bei robots.txt-Änderungen behandeln die beiden schädlichsten Fälle.

Deltio macht das einmal täglich. Es liest Sitemap und Seiten jeder Website, vergleicht sie mit dem vorherigen Check und schickt für die betroffene Website einen Alert per Slack und E-Mail, sobald es etwas davon findet: ein neues noindex, eine Änderung an der robots.txt, ein verschobenes Canonical, einen geänderten Title, eine geänderte Meta Description oder H1, URLs, die aus der Sitemap fallen, ein fehlendes GA4-, GTM- oder Meta-Pixel-Tag oder eine geänderte Cookie-Consent-Einrichtung. Außerdem überwacht es Uptime, SSL- und Domain-Ablauf sowie Wartungsseiten, die live geblieben sind. Jede Website hat einen Änderungsverlauf, der dir bei Schritt 3 hilft. Du siehst, was sich an welchem Datum geändert hat, und musst den Entwickler nicht bitten, sich zu erinnern.

Über Rankings, Traffic oder Google-Updates erfährst du von Deltio nichts, weil es diese Daten nicht erfasst. Für den Einbruch selbst bleibt die Search Console deine Quelle.

Wenn du den Änderungsverlauf schon vor dem nächsten Einbruch parat haben willst, kannst du Deltio 14 Tage kostenlos testen.

Häufige Fragen

Warum ist der organische Traffic eingebrochen, obwohl die Rankings gleich aussehen?
Die durchschnittliche Position kann stabil bleiben, während die Klicks sinken. Häufige Gründe sind weniger Suchanfragen für das Keyword (prüf die Impressionen in der Search Console), eine neue Suchfunktion wie eine KI-Übersicht oder ein Local Pack, die die Ergebnisse weiter nach unten schiebt, oder Title und Description, die jetzt weniger Klicks bekommen. Vergleiche Impressionen und CTR, nicht nur die Position.
Wie aktuell sind die Daten der Search Console bei der Diagnose?
Die Leistungsdaten hinken meist etwa zwei Tage hinterher, deshalb können die letzten ein, zwei Tage im Diagramm niedriger aussehen, als sie am Ende sein werden. Melde keinen Einbruch, der nur auf den jüngsten Tagen beruht, und nutze die Ansicht der letzten 24 Stunden, wenn du die frischesten verfügbaren Zahlen brauchst.
Sollte ich dem Kunden Screenshots aus der Search Console schicken?
Ein Diagramm mit markiertem Zeitraum hilft. Mehrere Screenshots von Berichten, die der Kunde nie geöffnet hat, werfen meist mehr Fragen auf, als sie beantworten. Hat der Kunde selbst Zugriff auf die Search Console, nenn ihm den Namen des Berichts und den Filter, den du genutzt hast, damit er dieselbe Ansicht sieht.
Wie lange dauert die Erholung, nachdem ein noindex- oder robots.txt-Fehler behoben ist?
Einen festen Zeitrahmen gibt es nicht. Google muss die betroffenen URLs neu crawlen, was bei wichtigen Seiten Tage und bei tief liegenden Seiten länger dauern kann. Für zentrale Seiten die Indexierung in der URL-Prüfung zu beantragen und die Sitemap erneut einzureichen kann helfen, aber stell die Erwartungen eher auf Wochen als auf Tage ein.
Was, wenn der Kunde die Änderung selbst vorgenommen hat?
Geh genauso vor wie bei einer Änderung durch den Entwickler und beschreibe, was sich wann geändert hat und wie der Fix aussieht. Viele CMS-Einstellungen, etwa Sichtbarkeitsschalter oder Optionen im SEO-Plugin, lassen sich leicht umstellen, ohne dass man die Wirkung bemerkt. Zu erklären, wie die Einstellung funktioniert, bringt mehr als der Hinweis, wer sie angeklickt hat.